Spirituelle Lehrer      

Als essentielle Grundlage  für rasches Voranschreiten auf dem geistigen Weg gilt im tibetischen Buddhismus die mündliche Übertragung geistiger Belehrungen und vor allem auch ritueller Techniken der Geistesschulung durch einen persönlichen Lehrer. Dabei muss dieser nicht unbedingt dauernd  physisch anwesend sein. Manchmal begegnet er einem auch nur ein einziges Mal im Leben.  Hierbei liegt die Vorstellung zugrunde, das man sich durch die Annahme der mündliche Übertragung des Lehrers sozusagen in einen Kraft- und Segensstrom einschaltet, der die individuelle geistige Entwicklung außerordentlich fördert und die eigenen guten Geistespotentiale zum Leben erweckt. So wird die persönliche Begegnung und Belehrung durch einen qualifizierten Lehrer als außerordentlich glückbringendes, gesegnetes Ereignis angesehen.

Ich habe lange überlegt, wie ich meinen Dank diesen Lehrern gegenüber, insbesonderen denen gegenüber, die mir persönlich begegnet sind, am besten zum Ausdruck bringen kann. Neben selbstverständlicher Hochachtung der Lehre, Reinhaltung und Übung der Praxis, die mir durch sie übermittelt wurde  - soweit mir das überhaupt mit meinen bescheidenen geistigen Mitteln möglich ist - , habe ich mich entschlossen, als Dank ihre Bilder hier hereinzustellen, mit einigen kurzen Angaben zur jeweiligen Person. Dabei habe ich die Bilder der Einfachheit halber in die Reihenfolge gestellt, in der mir diese besonderen Menschen begegnet sind. Vielleicht können diese Bilder zum lebendigen Kontakt zwischen diesen Meistern der verschiedenen Traditionslinien und weiteren, suchenden Menschen beitragen - so dass ich mich dadurch,  innerhalb meiner bescheidenen Möglichkeiten, dankbar erweisen  kann für die geistigen Geschenke, die mir durch diese Meister  zuteil wurden. 

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Geshe Tenpa Choepel

Geshe Tenpa Choepel ist mein Zufluchtslama. Seiner Herzenswärme und spürbaren Tiefe, die er während seiner Belehrungen ausstrahlt, verdanke ich die Inspiration, die mich endgültig im tibetischen Buddhismus meine geistige Heimat erkennen lies.

Geshe Tenpa Choepel (Gelugpa-Tradition) ist in der tibetischen Provinz Kham geboren, ging schon als Kind nach Sera, einem großen Kloster in der Nähe von Lhasa, um Mönch zu sein. Durch den Einmarsch der Chinesen in Tibet mußte er, wie auch S.H. der 14. Dalai Lama, nach Indien fliehen. Im Kloster Sera-Je in Südindien erwarb er den höchsten Titel tibetischer Klosteruniversitäten, den des Lharampa-Geshe. Seit 1998 ist er spiritueller Lehrer im Tibetischen Zentrum Berlin e.V.

 

Geshe Thubten Ngawang

 

Lharampa-Geshe Thubten Ngawang, (Gelugpa-Tradition, 1931 - 11.01.2003), erhielt er seine Ausbildung noch im alten Tibet. 1979 berief S.H. der Dalai Lama als Schirmherr des Tibetischen Zentrums in Hamburg ihn zum spirituellen Leiter dort. Seit dem lebte und lehrte er den Dharma im Westen nach authentischer Tradition. In der Dharma-Edition sind zahlreiche Bücher von ihm  zu verschiedensten Themen tibetisch-buddhistischer Geistestradition erschienen

 

Geshe Ugyen Tseten Phulotshang

Geshe Ugyen Tseten Phulotshang, Gelugpa, Geshe Lharampa, geb. 1914 in Dagyab/Kham, 25 Jahre Studium im Staatskloster Sera, anschliessend weitere Studien am Gyudme Tantric College in Lhasa, 1959 Flucht nach Indien, lebt dort mit weiteren 1500 Mönchen in Buxar, wo er Philosophie unterrichtet. Dann holt ihn S.H. der Dalai Lama als Gegkö (Vize-Abt) an das Gyudme Tantric College nach Dalhousie. 1967 ernennt ihn S.H. der Dalai Lama zum ersten Abt des Klösterlichen Tibet-Institutes in Rikon, wo er sein Amt am 12. Juli desselben Jahres antritt. Von 1974 bis 1977 ist er Abt des Tantric College in Hunsur/Indien. Lebt seit 1977 im Retreat in Rikon oder in Indien. Im Oktober 1996 gibt er im Kloster Sera/Südindien die grosse Initiation Rinjung Gyatsa. Als Grossmeister der buddhistischen Philosophie unterrichtet er zahlreiche Tibeter und westliche Interessierte im Dharma.

Seine Website (englisch):
Gyume Kensur Geshe Ogyen Tseten Rinpoche

Sogyal Rinpoche


Sogyal Rinpoche wurde in Kham im Osten Tibets geboren und von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö, einem der herausragendsten Meister des 20. Jahrhunderts, als Reinkarnation von Lerab Lingpa Tertön Sogyal, einem  Lehrer des 13. Dalai Lama, erkannt. Rinpoche bereist regelmässig Europa, Amerika, Australien und Asien, spricht durch seine Vorträge Tausende von Menschen an und ist häufig auch Sprecher auf wichtigen Konferenzen. Seine Fähigkeit, die Lehren mit dem modernen Leben in Einklang zu bringen, kommt in seinem  „Tibetischen Buch vom Leben und vom Sterben" sehr lebendig zum Ausdruck.

 

S.H. der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso


Jampel Ngawang Lobsang Yeshe Tenzin Gyatso wurde am 6. Juli 1935 in Taktser, Nordtibet, geboren.
Im Alter von zwei Jahren wurde er als Reinkarnation des 13. Dalai Lama anerkannt. 1939 brachte man
ihn nach Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, wo er im folgenden Jahr zum spirituellen Oberhaupt gekrönt
wurde. Am 17. November 1950 musste Seine Heiligkeit im Alter von 16 Jahren, bedingt durch die
drohende Besetzung Tibets durch China, die volle politische Verantwortung der Funktion und Position des
Dalai Lama übernehmen. Am 17. März 1959 floh S.H. der Dalai Lama nach Indien. Mehr als 100.000
tibetische Flüchtlinge folgten Seiner Heiligkeit ins Exil. Seither lebt er in der nordindischen Stadt
Dharamsala, wo sich auch die tibetische Exilregierung befindet.


Anläßlich der im Oktober 2002 in Graz abgehaltenen Kalachakra-Zeremonie hatte ich das große Glück mehrere Tage seinen Belehrungen zuhören zu können.

 

 

Lopön Tenzin Namdak Rinpoche

 

Lopön Tenzin Namdak Rinpoche (Bön-Tradition) wurde 1926 in Kyungpo Karu geboren, im Chamdo Distrikt in Kham, als Spross einer Familie, die für das Malen von
Rollbildern (Thankas) bekannt war. Im Alter von sieben Jahren trat er ins Kloster jener Gegend ein; von dort wurde er als Zwölfjähriger in das Menri Yungdrung Bön-Kloster in Zentraltibet gesandt, um dort seine traditionelle Ausbildung zu beginnen. Zusammen mit seinem verehrten Lehrer Tsultrim Gyaltsen, einem eminenten Gelehrten der vorher Studienmeister (Lopön)
war, führte er ab neunzehn während fünf Jahren das Leben eines Eremiten auf einer Insel. 1950 kehrte er in das Menri-Kloster zurück und erhielt 1953 den Gesche-Titel.
Nach der Übernahme Tibets durch die Chinesen wurde Rinpoche im Jahre 1960 festgenommen,doch nach zehn Monaten in chinesischer Haft konnte er über Mustang nach Nepal fliehen. 
Unter seiner Aufsicht wurde ein Bön-Kloster in der Nähe von Solan in Himachal Pradesh, Indien, errichtet.

 

Kyabje Schedschen Rabdscham Rinpoche

 

Der siebente Schedschen Rabdscham Rinpoche, Dschigme Tschögi Sengye (Nyingma-Tradition), wurde 1966 geboren. Er ist der Enkel und spirituelle Erbe von Dilgo Khyentse Rinpotsche. Seit frühester Jugend wurde er von seinem Grossvater unterwiesen und erhielt von ihm auch den grossen Reichtum seiner spirituellen Tradition. Seit dem Tod von Khyentse Rinpotsche im Jahre 1991 trägt Schedschen Rabdscham Rinpoche die ganze Verantwortung für die Aufrechthaltung und Weitergabe von Khyentse Rinpotsches Lehren, dessen Werke weiterzuführen, wie auch die Aufsicht über die
Schedschen Klöster in Nepal, Tibet, Indien und Bhutan, und deren Zweigstellen überall in der Welt. Zur Zeit ist er der Abt von Schedschen.

 

Kyabje Sakya Trizin Rinpoche


Der gegenwärtige Sakya Linienhalter, Sakya Trizin Rinpoche , wurde am 7. Sept. 1945 in die Dolma Phodrang Familie geboren, und zwar im Sakya Palast von Tsedong, in Obertibet. Sein Vater war Vajradhara Ngawang Kunga Rintschen, der vorherige Thronhalter des Sakya Dolma Phodrang, und seine Mutter war Sonam Dölkar, die Schwester eines bekannten Ministers der tibetischen Regierung. Zusammen hatten sie vier Kinder, von denen nur zwei die Kindheit überlebt haben: die älteste Tochter Dschetsün Tschime Trinley, die nun in Vancouver, Canada, lebt und der jüngste Sohn, der gegenwärtige Sakya Trizin Rinpoche . 

Kyabje Drikung Kyabgön Tschetsang Rinpotsche

Drikung Kyabgön Tschetsang Rinpoche (Kagyü) wurde 1946 in die aristokratische Tsarong Familie in Lhasa geboren. Bei seiner Geburt gab es viele wunderbare Zeichen; ausserdem fiel sie auf den Jahrestag von Buddhas erster Drehung des Dharmarades. Als er eineinhalb Jahre alt war, wurde er vom Regenten Taktra Rinpotsche, als die siebente Reinkarnation des älteren Drikung Kyabgön anerkannt. Nach der ersten chinesischen Invasion 1950 lies sich seine Familie in Darjeeling nieder. Nach fünf Monaten kamen Leute von Rinpotsches Kloster in Tibet und baten ihn, wieder zurückzukommen. Er kehrte nach Drikungthil zurück und begann mit seinen Studien. Im Jahr 1959, als viele Menschen flüchteten, wollten er auch fliehen, doch wurde er vom Verwalter des Klosters zurückgehalten uind in eine von den Chinesen errichtete Schule eingewiesen. Dort studierte er Chinesisch, moderne Wissenschaften, Geschichte, Biologie. Anschliessend besuchte er eine höhere Schule, wo er sehr gut Chinesisch lernte.Mit dem Beginn der Kulturrevolution musste er 5 Jahre auf einem Bauernhof arbeiten. Dann entschied er sich zu fliehen.  Als er 1975 in Indien ankam, fand er heraus, dass seine Familie in die USA gezogen war. So verbrachte er einige Jahre in den USA. 1978 kehrte er nach Indien zurück und verbrachte mehrere Jahre unter der Obhut eines sehr strengen Lehrers in strikter Klausur. Rinpotsche studierte mit vielen grossen Lamas und erhielt Unterweisungen  von Kagyü sowie Nyingma. Als einen seiner wichtigsten Lehrer betrachtet er Dilgo Khyentse Rinpotsche. Im Jahre 1985 legte er in Bodhgaya vor Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama die vollständigen Mönchsgelübde ab und begann 1987 Unterweisungen zu geben.

 

Chögyal Namkhai Norbu

 

Chögyal Namkhai Norbu (Dzogchen) wurde in Derge, Osttibet geboren und bereits im Alter von 3 Jahren als Reinkarnation mehrerer großer Meister anerkannt. Nach seiner vollständigen Ausbildung und dem Abschluss vielfältiger akademischer Studien, wie Medizin und Astrologie, erhielt er tiefgründige Belehrungen aller vier großen buddhistischen Traditionen Tibets. Mit der Begegnung seines Meisters Rigzin Changchub Dorje, der ihn in die wahre Natur des Geistes einführte und ihm die Dzogchen-Lehren unmittelbar übertrug, veränderte sich sein Leben nochmals entscheidend. Nach seiner Flucht aus Tibet wurde Namkhai Norbu Rinpoche von Prof. Tucci nach Rom eingeladen und lehrte später an der Universität von Neapel als Professor. Chögyal Namkhai Norbu reist und lehrt unermüdlich in nahezu allen Ländern des Westens und des Ostens, um die vielfältigen Nachfragen seiner Schüler zu erfüllen.  

.      OM MUNI MUNI MAHAMUNI SOHAR