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DER WOCHE

REDAKTION@WEIZERZEITUNG.AT, TEL. 03172/3790                                                                                                        13.DEZEMBER 2006

Tibetische Kultur
und Medizin bewahren

Tibetische Kultur soll vor dem Vergessen bewahrt werden. In Gersdorf be-
findet sich ein Institut.

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MONIKA BERTSCH

Ein Volk ohne Staat
Tibet ist seit zwei Generationen besetzt. Tibet gehört heute zu China, wo man die chinesische Kultur pflegt. Das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter, seine Heiligkeit der XIV. Dalai- Lama, lebt im Exil.
In Tibet werden die Kinder heute chinesisch unterrichtet. Per Strafe ist es verboten, das Bild des Dalai-Lama bei sich zu tragen. Wieder aufgebaut werden die zerstörten Tempel, denn man hat erkannt, dass sie touristische Attraktionen sind. Sogar Buddha-Statuen wer- den wieder aufgestellt. Doch sie sind nicht gefüllt mit Reliquien, sondern es sind leere Hüllen. Doch die Chance für Tibet liegt in China. Und je mehr China Wirtschaftsmacht wird, desto mehr muss sich das Land öffnen.

Die Bewahrung der Kultur
Um die Kultur und das vielfältige medizinische Wissen der Tibeter zu überliefern, gibt es weltweit drei Zentren für tibetische Studien.
Diese Shang Shung Institute (benannt nach dem ersten Königreich Tibets, vor 4000 Jahren) sind in Massachusetts (USA), in der Toskana nahe Siena (Italien) und in Gschmai- er bei Gersdorf beheimatet. Gegründet wurden sie von Chögyal Namkhai Norbu, einem gebürtigen Tibeter, der heute in Italien lebt. Oliver Leik leitet ehrenamtlich das Shang Shung Institut in Gschmaier. Hauptberuflich ist er Lehrer an der Sporthaupt-

Oliver Leik und der Dalai Lama

Oliver Leik mit dem Dalai-Lama.
 

dieser Übersetzer aufzubringen. Neben der Übersetzungsarbeit wird von Gersdorf aus auch das Training für neue Übersetzer initiiert.
Zu den weiteren Aktivitäten zählt u. a. die ständige Aktuali sierung der hauseigenen Bibliothek, der Vertrieb von tibetischer Pharma- zie und Tees sowie die Durch- führung von Studienreisen.

Wahre Meister sind rar Verwirklichte Meister, die ihre Ausbildung zur Gänze in Tibet erhalten haben und welche die Übersetzung der Schriften überprüfen können, leben nur noch Wenige. Die Weitergabe ihres Wissens hat damit höchste Priorität. Einer davon ist der Gründer der Shang Shung Institute und spirituelle Meister von Oliver Leik.
Chögyal Namkhai Norbu gründete mit A.S.I.A. auch eine Organisation, die in Tibet tätig ist und Schulen und Spitäler für Tibeter baut.

Partnerschaft mit Hüttenberg
Im Mai 2006 legte der Dalai-Lama selbst den Grundstein für ein Medizinzentrum in Hütten- berg (Kärnten), der Heimat von Heinrich Harrer, seinem langjäh- rigen Vertrauten. Zusätzlich zum Klosterhotel-Projekt und einem Ausbildungszentrum will man dort tibetische Heilkräuter anpflanzen.
Auch das Shang Shung Institut, das auf jahrzehntelange Er­ fahrung mit tibetischer Medizin zurückgreifen kann, wird diese Erfahrungen den Betreibern dieses Zentrums zugängig machen. Oliver Leik will Vor- träge und Kurse abhalten.
Weitere Informationen unter: http://www.ssi-austria.at

schule in Weiz. Seit 30 Jahren ist er Buddhist. Intensiv betreibt er Yoga. Seine Freizeit gehört dem Verein zur Förderung von tibetischer Kultur. Er bemüht sich darum, tibetische Bücher in westliche Sprachen übersetzen zu lassen. Das Shang Shung Institut für tibetische Studien ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der keinem politischen Ziel folgt.

Gersdorf und die weite Welt
Weltweit erfährt Oliver Leik bei seinen Bemühungen Rückhalt und braucht für seine Mission Spenden. Regional dankt er vor allem der Gemeinde Gersdorf und der Raiffeisenbank Ilz für die Unterstützung. Das Shang Shung Institut ist in der ehemaligen Volksschule von Gschmaier untergebracht und wurde erst jüngst renoviert. Das Internet spielt im weltweiten Netzwerk eine bedeutende Rolle. Jedes der drei weltweiten Zentren hat eine klare Rolle zu erfüllen.

Drei Zentren,
drei Schwerpunkte

In Italien gibt es ein Riesenar-

chiv von tibetischen Büchern. Das Shang Shung Institut in der Toskana betreibt die Bewah­ rung, Sicherung und Verbrei­ tung des tibetischen Wissens­ schatzes.
Das amerikanische Zentrum hat sich die Weitergabe und Bewahrung der tibetischen Medizin zur Aufgabe gemacht.
  Der Schwerpunkt des öster­ reichischen Shang Shung Insti­ tuts in Gersdorf ist die Bewah­ rung und Übersetzung der tibetischen Weisheiten in westliche Sprachen. Drei Übersetzer (einer aus Amerika, zwei aus Italien) arbeiten hauptberuflich für das Institut.

Tibetisch beherrschen nicht viele Menschen. In der Schrift­ sprache hat jedes Wort drei Bedeutungen. Um ein qualifi-zierter Übersetzer zu werden bedarf es 15 Jahre lang eines täglichen Trainings von fünf bis sechs Stunden.
Oliver Leik ist per Internet in Kontakt mit den Übersetzern und diese wiederum unterein- ander. Es ist die Aufgabe des Gersdorfer Institutes weltweit die Mittel für die Bezahlung