Die 10 unheilsamen Handlungen
 

Im Buddhismus gibt es, ähnlich den 10 Geboten der Christen, die 10 unheilsamen Handlungen. Bei einigen habe ich ein paar ergänzende Erklärungen hinzugefügt.

die drei körperlichen:

1. Töten

2. Stehlen

3. Sexuelles Fehlverhalten

ist ein erweitertes Gebot zum christlichen "nicht ehebrechen". Damit ist missbräuchliche Sexualität allgemein gemeint.
Dazu zählen der falsche Partner, wenn er z.B. in einer festen Beziehung ist oder ein Enthaltsamkeitsgelübde genommen hat oder ein Kind ist - weil dadurch zusätzliches Leid verursacht wird. Verkehr mit falschen Gliedern, dazu würde z.B. Analverkehr zählen. Ein ungeeigneter Ort - das wäre z.B. Verkehr in der Kirche vor einem Altar oder an anderen heiligen Stätten. Eine unangemessene Zeit - das wäre z.B. wenn der Partner zum Zeitpunkt des Verkehrs gerade ein Laiengelübde der Enthaltsamkeit für einen Tag genommen hat.

die vier sprachlichen:

4. Lügen

5. Zwietracht säen

6. Verletzende Worte

7. sinnlose Rede

die drei geistigen:

8.Habgier

9. Übelwollen

10. Verkehrte Ansichten

Dazu zählt bei den Buddhisten natürlich erst mal, wenn jemand die Lehre Buddhas für Trug und Irreführung hält, weil ihm das nach Ansicht der Buddhisten Leid verursacht. Es gilt aber auch, wenn man ein Objekt was existiert für nicht existent hält, z.B. wenn man den Zusammenhang von Ursache und Wirkung verleugnet und damit die Ursachen der Entstehung von Glück oder Leid.Oder wenn man z.B. die Existenz eines Pfades zur Befreiung verleugnet oder das, was die Buddhisten "Zufluchtsobjekte" nennen, also etwas wohin man in geistiger Not Zuflucht nehmen kann. Solche Zufluchtsobjekte sind bei den Buddhisten die sog."Drei Juwelen": Buddha, Dharma und Sangha, also Buddha Shakyamuni, der historische Buddha (aber auch alle anderen Buddhas, also alle vollkommen erleuchteten Wesen), der Dharma, also die buddhistische Lehre und die Sangha, die buddhistische Gemeinde.

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Dazu ist noch zu sagen, das es bei den "10 unheilsamen Handlungen" nicht um "Sünden" geht, die zu vermeiden sind, denn den Begriff "Sünde", also etwas "schuldhaftes" zu tun, gibt es im Buddhismus nicht. Es geht lediglich darum, das "unheilsame" Handlungen einem selbst und anderen ungünstige und leidhafte Umstände verursachen. Wobei gilt, dass einem nichts begegnen kann, was nicht in einem selbst als Ursache begründet ist. Und zu den "Verkehrten Ansichten" ist zu sagen, das zwar eine Ablehnung der buddhistischen Lehre allgemein für ungünstig gehalten wird, es aber KEIN Missionierungsgebot gibt wie im Christentum, weil insgesamt gilt, das unterschiedliche Geistesverfassungen eben doch auch unterschiedlicher Mittel auf dem geistigen Weg bedürfen. Das drückt sich auch in den unterschiedlichen Pfaden des Buddhismus aus, wie das sog. "kleine Fahrzeug" oder das "große Fahrzeug". Über die verschiedenen buddhistischen Pfade habe ich übrigens eine kurze Systematik hier eingefügt.