***Der Spatz und der Samurai***
Ein großer Samurai hatte über die Jahre hinweg in unzähligen Kriegen schon
viele Kämpfe für seinen Herren gewonnen. Nun aber verlor er seinen ersten
Kampf.
Gedemütigt, voller Zorn gegen sich selbst und den Rest der Welt, wollte er
seinem nun nichtswürdigen Leben ein Ende bereiten.
Er ritt die staubige Landstraße entlang, darüber nachsinnend, wie er sich
nun am grausamsten und auffäligsten ins Jenseits befördern könnte.
Plötzlich lag vor ihm auf der Straße ein kleiner Spatz auf dem Rücken und
streckte seine beiden Füßchen zum Himmel.
Der Samurai, in seinem Denken gestört, hielt an und schrie den Spatz an:
"Geh mir aus dem Weg, du nichtswürdiges Federvieh!"
Der Spatz aber entgegnete ganz keck: "Nein, das werde ich nicht tun. Ich
habe eine große Aufgabe zu verrichten."
Der Samurai, ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des
Spatzen, stieg von seinem Pferd ab, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und
sprach:
"Sage mir, was ist denn so wichtig, dass du mir den Weg nicht freimachen
willst?"
"Oh", sagte der Spatz, "man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die
Erde fallen wird, und da liege ich nun, um ihn mit meinen Füßen
aufzufangen."
Als dies der Samurai hörte, da fing er an zu lachen und konnte beinahe nicht
mehr aufhören. Und er rief prustend:
"Was, du kleines Federknäuelchen willst mit Deinen dürren Beinchen den Himmel
auffangen?"
Der kleine Spatz erwiderte ganz ruhig und klar:
"Tja, man tut was man kann!"
dieser ´Beitrag kam von meiner lieben Berliner Freundin Sabi. (Sabines Lichtseiten) Ganz lieben Dank dafür!
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