Der Spieleentwickler, der aus der Kälte kam

Kennen Sie Alexei Leonidowitsch Paschitnow? Noch nie gehört? Eigentlich ist dies ziemlich unfair, schließlich hat der gute Mann in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen Dmitry Pavlovsky and Vadim Gerasimov eines der berühmtesten Spiele aller Zeiten entwickelt: Tetris. Das interessante daran war, dass es nicht seine Aufgabe gewesen ist, Spielesoftware zu entwickeln. Er war, wie auch seine Helfer, als Programmierer in einem sowjetischen Forschungszentrum beschäftigt, als er 1985 die finale Version des Puzzlespiels fertigstellte.

Ein paar Glocken dürften inzwischen vielleicht läuten, denn viele haben von dem armen sowjetischen Programmierer gehört, der Tetris entwickelte und dann keinen Cent sah, weil es im Ostblock Allgemeingut war. Und das stimmt auch, denn die Sowjetunion gründete eine staatliche Firma, welche das Spiel über den Ostblock verteilte, so dass Menschen mit PC Tetris spielen (Werbespruch: From Russia with Love) konnten. Doch Paschitnows Weg war hier noch nicht zu Ende, sondern fing gerade erst an.

1989 erschien die heute wenig bekannte Fortsetzung seines Erstlings. Welltris funktionierte immer noch nach dem gleichen Spielprinzip wie sein Vorgänger, aber die Perspektive hatte sich geändert und man guckte in einem Pseudo-3D von oben auf das Spielbrett. Großen Erfolg hatte das Spiel zwar nicht, aber es zeigte Paschitnow, dass er mit Puzzlespielen sein Geld verdienen kann und möchte. Zwei Jahre nach Welltris zog er deshalb in die USA, wo er auch heute noch lebt.

Er hat Puzzlespiele für die Nintendo Heimkonsolen und Handhelds programmiert und war für Microsoft unter anderem der Designer von Hexic, welches Xbox 360 Benutzern bekannt sein dürfte, war es doch beim Launch 2005 Bestandteil der Konsole. Inzwischen arbeitet Paschitnow nicht mehr für seinen langjährigen Arbeitgeber Microsoft, aber programmiert immer noch das, was er kann und ihm Spaß macht: Puzzlespiele.