Die Geschichte der Schwimmweste

Schwimmwesten retten seit Jahrhunderten Menschenleben. Heutzutage werden meist leichte Automatikwesten genutzt, die sich im Notfall automatisch aufblasen und so den Körper über Wasser halten. Doch auch schon im Mittelalter gab es erste Versuche, eine Sicherung für Schiffsunglücke zu entwickeln. So hat man Korkgürtel und mit Kork gefüllte Jacken gefunden, ebenso wie aufblasbare Schläuche aus Tierhäuten. Mit den sicheren Schwimmwesten von heute hatten diese allerdings nicht viel gemein.

Die ersten sicheren Schwimmwesten

Die erste wirkliche Rettungsweste wurde 1854 vom britischen Captain Ward entworfen, Inspekteur der noch heute existierenden britischen Seenotrettungsgesellschaft RNLI. Während diese Feststoff-Schwimmweste aus Kork daraufhin zur Standardausrüstung der Rettungsmannschaften in Großbritannien und anderer Länder wurde, stellte der französische Techniker de Ropp kurz darauf zum Ende des 19. Jahrhunderts die erste selbstaufblasbare Rettungsweste vor. Sobald sie nämlich mit Wasser in Berührung kam, wurde Methylchlorid in die Weste geleitet – die tragende Person wird so an der Wasseroberfläche gehalten. Diese beiden Arten von sicheren Schwimmwesten werden vom Grundgedanken her noch heute verwendet. Die Feststoff-Rettungswesten sind allerdings nicht mehr aus Kork, sondern Polystyrol, genauso wird bei aufblasbaren Rettungswesten auf Methylchlorid zugunsten von Lithium verzichtet.

Statistiken beweisen: Schwimmwesten retten Leben

In Statistiken hat sich gezeigt, dass die Schwimmwesten dennoch nicht immer getragen werden, sei es aus Gründen der Bewegungsfreiheit oder weil man sie eben nicht „cool“ findet. Da ist es kaum verwunderlich, dass unter den Segeltoten der letzten zehn Jahre nicht einer seine Schwimmweste trug und die einige über Bord fielen, weil sie sich ins Wasser erleichtern wollten und reinfielen. Denn eine Schwimmweste schützt nur, wenn sie denn auch getragen wird – nicht, wenn sie unter Deck in einer Kiste schlummert. Zusätzlich zu einer Rettungsweste bietet sich übrigens auch immer eine sogenannte Lifeline an: Durch sie wird jedes Crewmitglied an das Boot gesichert – so geht niemand über Bord.

Bild: Frank Meadow Sutcliffe and The Sutcliffe Gallery